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kopenhagen.dk > alle pressemeddelelser > 19. september 2002 : Sub-Urban på Loop
[19. september 2002]
pressemeddelelse


Sub-Urban på Loop

Sub-Urban
Eröffnung Samstag 21. september 2002 um 20 Uhr
21. september - 19. oktober 2002
(am Mittwoch den 25. geschlossen)

Loop - raum für aktuelle kunst
heeresbaeckerei Ostflügel 2. OG
Köpenicker Str. 16
0997 Kreuzberg
Tel.:030-28390028
loop@loop-raum.de
www.loop-raum.de
Mittwoch bis Samstag 14 bis 18 uhr

"Sub-Urban"
Sofie Thorsen (Wien), Karsten Konrad (Berlin), Eberhard Havekost (Berlin), Doris Krüger (Wien), Raffael und Tobias Danke (Berlin/Aachen), Petra Karadimas (Berlin), Oliver Croy (Berlin), Christine und Irene Hohenbüchler (Wien), Kai Rheineck (Düsseldorf), Pauline Kraneis (Berlin), William Engelen (Berlin), Andreas Wegner (Berlin), ++Kooperation Privat (Berlin)

ab 22 Uhr Lounge / turntables: bez

Zeit
Die Ausstellung bleibt am Mittwoch den 25. 09. geschlossen
Ausstellung 26. September bis 19. Oktober 2002
Mittwoch bis Samstag 14 bis 18 uhr

Ort
loop - raum für aktuelle kunst
heeresbaeckerei Ostflügel 2. OG Köpenicker Str. 16
10997 Kreuzberg

Kontakt
030-28390028
loop@loop-raum.de
www.loop-raum.de

Städtische Bilder, Räume und Strukturen thematisiert die Gruppenausstellung "Sub-Urban", die loop-raum für aktuelle kunst in diesem Herbst vom 21. September bis 19. Oktober 2002 präsentiert. Auf unterschiedlichste Weise reflektieren die Werke und Projekte den nach wie vor aktuellen Diskurs um die Definition und den Wandel urbaner Modelle. Die fünfzehn Positionen aus dem Bereich Skulptur, Installation, Zeichnung, Fotografie treten in eine direkte, plastische Auseinandersetzung mit Raum, Stadtraum, Vor-Stadt-Raum ein. Fragile künstlerische Visionen, Modelle am Rande städtebaulicher Konzepte und die Auseinandersetzung mit den sozialen Bedingungen des städtischen Lebens stehen ebenfalls im Zentrum der künstlerischen Betrachtung.

Die Fotografien der in Wien lebenden dänischen Künstlerin Sophie Thorsen zeigt die Auflösung dörflicher Strukturen und ihre Eingliederung in die Vorstädte. Die Ordnung der abgebildeten Häuser nach Merkmalen spiegelt den Verlust von Identität und Individualität wieder.

Die Fotoserien "Windautal", "Hinterbichl" und "Gelsenkirchen" von Oliver Croy zeigen Hausmodelle, die von ihren Erbauern wie kleine Freilichtmuseen gut sichtbar auf dem eigenen Grundstück präsentiert werden. Für Oliver Croy begann die Beschäftigung mit dem Werk von Haus-Bastlern, als er bei einem Altwarenhändler durch Zufall auf den Nachlass des Wiener Versicherungsbeamten Peter Fritz stieß. In den vergangenen Jahren präsentierte er die 387 Hausmodelle des Peter Fritz unter dem Titel SONDERMODELLE in mehreren Ausstellungen. Die Modellhäuschen sind provinziell-ländliche Idyllen, suburbane Gedankenräume, die in Wünschen und Sehnsüchten der Vor-)Stadtbewohner anklingen.

Die Arbeiten der Künstlerin Petra Karadimas zeigen flüchtige Szenen aus den Berliner Strassen. Die fotografische Ästhetik ihrer Arbeiten prägt den ersten Eindruck von den Bildern, doch wird dieser irritiert durch malerische Strukturen, die den Anschein des Wahrhaftigen und Authentischen brechen. So vertraut die abgebildeten Figuren und Augen-Blicke zuerst scheinen, so eindringlich wirkt ihre tatsächliche Abstraktion und Isolation.

Zwischen den Ebenen Fotografie und Malerei bewegt sich auch Eberhard Havekost mit seinen Bildern. In gedeckten Pastelltönen zeigt er ausschnitthafte Blicke auf die belanglose Architektur der 70er und 80er Jahre. Plattenbauten, glatte, triste Fassaden lassen das fragile soziale Gefüge deutlich erahnen, das sich hinter ihnen verbirgt. Konzentriert auf die architektonische Außenhaut der Gebäude bekommen Havekosts Bildern eine eindrucksvolle Doppelbedeutung.

Mit der (Raum-)Wahrnehmung spielen die Arbeiten der Fotokünstlerin Doris Krüger, die isolierte Ausschnitte von Landschafts- und Vegetationsbildern neu zusammenfügt. Ohne Kontexte und Fixpunkte wie ein Hinter- oder Vordergrund erzeugt nur die Collagierung der Elemente eine Tiefenwahrnehmung: die "Konstruktion" einer auf den ersten Blick natürlich gewachsenen Umgebung. Eine Illusion, die sich bei näherer Untersuchung sofort auflöst, ein Vorgang, der sich auch in der Architektur beobachten lässt.

Die veränderte Raum- und Stadtwahrnehmung ist auch Thema der Arbeiten von Kai Rheineck, dessen Kartonskulpturen Leitplanken nachempfunden sind. Sie spiegeln die Schnellebigkeit von Architektur und die heute symptomatische rasende Überwindung von Distanzen, das Fehlen des Stillstands und der Reflektion in der globalisierten Gesellschaft.

Karsten Konrad greift das Thema urbaner Modelle in seinen Plastiken "architypes" auf. Der Begriff der Architektur klingt bereits in der Bezeichnung der aus Presspanplatten zusammengesetzten Skulpturen an. Flüchtig betrachtet wirken sie wie Gebäudemodelle aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Eine genaue Betrachtung verweigert sich dieser Auslegung.

Als skulpturale Referenzen an Architektur im öffentlichen Raum sind die Arbeiten von Raphael und Tobias Danke zu begreifen. In Form und Material beziehen sich ihre Modelle auf reale Vorbilder ? als "reflektierte und reflektierende" Skulpturen. Geistige und maschinell-rationale Raumdefinitionen gehen bei den Arbeiten von William Engelen eine Symbiose ein. Mit dem Bauzeichnungsprogramm CAD spürte der holländische Künstler den Zügen und Positionen von Schachspielen nach, die er mittels Übertragung auf den Computer in Landschaften transformiert. Die entstandene Zeichnung setzte er in eine Modellandschaft um. Es entstand eine willkürlich wirkende Raumchoreographie, die doch einer subtilen Ordnung folgt.

Die Zeichnungen von Pauline Kraneis sind Kompositionen aus architektonischen Formen, die aus unvollendeten technischen Entwürfen und Plänen stammen. Die Künstlerin wählt diese Fragmente aus und entwickelt sie weiter. Auf diese Weise entstehen quasi nicht-existente architektonische Strukturen, ein imaginäres Abbild.

Die zunehmend auf Hochglanz fixierte, "fiktive" Struktur der Stadt verweigert sich den Bedürfnissen einer "wirklichen" Bevölkerung. Fünf Künstler/innen setzten sich konkret mit den sozialen Folgen der Stadtraumplanung auseinander: Der Desozialisierungsprozess, dem soziale Räume zum Opfer fallen, ist im Gange. Im Rahmen der Ausstellung werden Entwürfe bzw. Zeichnungen zum Mutter-Kind-Haus von Christine und Irene Hohenbüchler präsentiert. Die 1999 auf der Biennale von Venedig gezeigte Skulptur "Mutter-Kind-Haus" steht für eine Unterkunft in einer sozial fragmentierten Gesellschaft. In seiner mobilen Bauart und mit flexiblen Erweiterungs-modulen erhält es zugleich einen der Gegenwart angemessenen transitorischen Charakter.

In der ++Kooperation PRIVAT thematisieren Torsten Hennig und Jörg Finus die sozialen und ästhetischen Grenzen urbaner und sozialer Strukturen. Die Fixierung auf das eigene Heim und die fortschreitende Zersiedelung des Raums kommt im künstlerischen Werk zum Tragen. In inszenierten Kunst- und Strukturbauten berührt ++Kooperation PRIVAT die Wünsche nach Rückzug ins Private, nach Definition eines vertrauten Orts und stellt sie in einen Zusammenhang zu medialer Kommunikation und den in Massenmedien generierten Idyllen.

Bevölkerungszunahme, menschenfeindliche Architektur und soziale Spannungen gehen Hand in Hand mit der rücksichtslosen Ausbeutung der Natur. Der Künstler Andreas Wegner zeigt mit seinen ?Sonnenherden", die von verschiedenen Herstellern als Bausatz angeboten werden, die Möglichkeit einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Energiereserven. Gleichzeitig weisen die ?Sonnenherde" auf die soziale Komponente des Herdes hin, der als Inbegriff einer vertrauten Umgebung gilt und von jeher ein elementares Kommunikationszentrum innerhalb eines Hauses ist.

Die Ausstellung "Sub-urbane Modelle" konstatiert den Ist-Zustand von künstlerischer Reflektion über Raum- Natur - und Architektur. Sie ermöglicht dem Betrachter, eine kritische Haltung zu entwickeln, aus der Forderungen nach angemessenen Lebensmodellen und einem entsprechenden (sub-urbanen) Umfeld erwachsen können.

Die heeresbäckerei befindet sich in der Köpenicker Strasse am Spreeufer von Kreuzberg. Das denkmalgeschützte Fabrikgebäude aus dem 19. Jahrhundert ist mit seinen grosszügigen Lofts ein idealer Ort für Kunst- und Kulturprojekte. Dafür wurde ein Bespielungskonzept erarbeitet, das unter dem Namen "heeresbaeckerei-kultur" einen interdisziplinären Ansatz aus Ausstellungsarbeit, Projektkultur und Musik verfolgt. Neben den kontinuierlichen Präsentationen von loop werden auch Aktivitäten von und Kooperationen sowohl mit anderen Kunst- und Kulturprojekten als Institutionen Platz finden.

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